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Modellgeschichte W140  (1991- 1998)

(Quelle: Daimler AG)

Die Geschichte der Baureihe 140


Im März 1991 wurde auf dem Genfer Automobil-Salon die jüngste Generation der S-Klasse (interne Bezeichnung: Baureihe 140) vorgestellt. Das Karosserie-Design orientierte sich an den traditionellen Mercedes-Benz typischen Stilelementen und fügte sich damit nahtlos in die homogene Formgestaltung der PKW- Modellfamilie ein. Wie bereits bei den SL - Typen der Baureihe 129 wurde auch im Fall der neuen S-Klasse die Kühlermaske als charakteristisches Markenzeichen unter Beibehaltung der traditionellen Grundform stilistisch neu interpetiert. Bei dieser als "Plakettenkühler" bezeichneten Variation eines klassischen Themas war die Kühlerverkleidung mit ihrem wesentlich schmaleren Chromrahmen organisch in die Motorhaube integriert, der Mercedes-Stern saß erstmals nicht mehr auf der Kühlermaske, sondern leicht nach hinten versetzt auf der Motorhaube. Insgesamt hatte die Entwicklung des Gestaltungskonzeptes der neuen S-Klasse-Generation darauf abgezielt, ein hohes Maß an aerodynamischer Qualität bei gleichzeitiger Berücksichtigung maximaler Alltagstauglichkeit zu realisieren. 

 

 

 

 

Die Väter der Baureihe 140

(Quelle Daimler AG)


 

Wolfgang Peter Dr. Wolfgang Peter

Dr. Wolfgang Peter, Jahrgang 1941, wurde im Oktober 1985 Leiter der PKW-Entwicklung. Neben Guntram Huber (Karosserieentwicklung Baureihe 140), Klaus Dieter Vöhringer (Planung und Produktion), Jürgen Hubbert (PKW-Vorstand) und Dr. Adolf-Heinz Fritz (Kalkulation) gilt Peter im Management als Vater der Baureihe 140. Dr. Wolfgang Peter verließ 1992 das Unternehmen, sein Nachfolger wurde der heutige Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dr. Dieter Zetsche.

 


 

Sacco Dr. Ing. h.c.
Bruno Sacco

Dr. Ing. h.c. Bruno Sacco wurde am 12. November 1933 in Udine (Italien) geboren. Schon als Student sammelte Sacco praktische Erfahrungen in der Gestaltung von Karosserien bei der Firma Ghia. Im Anschluß realisierte der junge Designer Auftragsarbeiten für Ghia und die Pininfarina Gruppe, bevor er 1958 zu Daimler-Benz wechselte. Eine seiner ersten Arbeiten unter dem Stern war die Gestaltung des Mercedes-Sonderfahrzeuges vom Typ 300 für Papst Johannes den XXIII. Unter der Leitung von Karl Wilfert, Friedrich Geiger und Béla Barényi arbeitete er an zahlreichen Projekten. 1970, im Alter von 37 Jahren, wurde er Leiter der Abteilung Karosserie-Konstruktion. 1974 trat er als Oberingenieur die Nachfolge Friedrich Geigers als Leiter der Hauptabteilung Stilistik an. Im Jahr 1978 ernannte der Konzern den Sterndesigner zum Leiter des Fachbereichs Stilistik. 1987 berief ihn der Vorstand zum Direktor des Bereichs Design. Ab dem Jahr 1993 wurde er Mitglied des Direktorenkreises der Daimler-Benz Aktiengesellschaft. In dieser Funktion zeichnete Sacco zugleich für das Design der Nutzfahrzeuge verantwortlich. Im Bereich PKW-Design gelten die Limousinen und Coupés der S-Klasse der Baureihe 126 als seine gelungensten Arbeiten. Aber auch die nachfolgenden Modelle der S-Klasse (140, 220/ 215), der "Mercedes 190" (201) und die nachfolgenden Fahrzeuge der C-Klasse (202), die Baumuster der E-Klassen (124 und 210), der SL (129), der SLK (170), der CLK (208) und schließlich die A-Klasse (168) entstammen Saccos Feder. 1998 verließ der Träger zahlreicher Designpreise das Unternehmen.

Am 28. März 2006 beantragte Bruno Sacco die Mitgliedschaft im Mercedes-Benz S-Klasse Club e.V. und wurde in Anerkennung seines Lebenswerkes im Dienste des Sterns zum Ehrenmitglied ernannt.

Sacco Postkarte

Über Affinität und Homogenität der Designentwicklung von Mercedes-Benz erläuterte Sacco im Februar 1999 bezüglich der Baureihe 140:

"Bei der S-Klasse von 1991 konzentrierten wir uns auf eine funktionale, zeitgenössische Linienführung, mit der wir uns gleichzeitig von traditionellen dekorativen Elementen verabschiedeten. Die glatten und klar gegliederten Flächen weisen keinerlei Schnörkel auf und verleihen der Limousine einen Hauch respektabler Überlegenheit und Zuverlässigkeit. Die Kühlermaske ist in die Motorhaube integriert und komplett von Metall umgeben. Der Mercedes-Stern ist direkt vorn auf der Haube platziert. Das Heck des Fahrzeugs mit den diagonal geteilten Rückleuchten präsentiert sich als eigenständiges Element und stellt gleichzeitig die formale Verbindung zu den anderen Modellreihen her. Schließlich setzt sich die funktionale Eleganz des Äußeren in der Innenraum-Gestaltung fort und unterstreicht den eleganten Charakter einer typischen und erfolgreichen Geschäftslimousine."

Heute hat sich Bruno Sacco vordergründig zur Ruhe gesetzt. Seine jüngsten Designer-Stücke - so etwa die eleganten Sanitär-Armaturen - sind jedoch Zeugnis seiner unermüdlichen Schaffenskraft. Über seine automobile Vergangenheit spricht Sacco eher zurückhaltend. In seinem Herzen trägt er jedoch noch immer den Mercedes-Stern, was er während der RetroClassics 2003, 2004, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011 und 2012 als Gast unseres Clubs nie verborgen hat.

Zu den Limousinen der Baureihe 140 betonte Sacco während der Retro Classics 2006, dass nur die Variante mit langem Radstand (V 140) wirklich elegant aussehe. Während der Designphase sei eine "kurze Variante" gar nicht vorgesehen gewesen, weshalb die Linienführung auf die lange Version abgestimmt worden sei. Die nachträglich "verkürzte" Limousine (W 140) wirke daher in seinen Augen zu gedrungen.

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