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Modellgeschichte W126  (1979- 1991)

(Quelle: Daimler AG)

Die Geschichte der Baureihe 126


 

Im September 1979 wurde auf der IAA in Frankfurt eine neue Generation der S-Klasse präsentiert. Die Modellpalette der Baureihe 126 umfasste zunächst sieben Typen; zur Wahl standen vier Motoren - vom 2,8 ltr.-6 Zyl.-Vergasermotor mit 156 PS bis zum 5 ltr.-V8-Leichtmetallmotor mit Benzineinspritzung und 240 PS - sowie zwei Karosserievarianten - neben der Normalversion eine verlängerte Variante, wie sie bei den Oberklasse-Limousinen seit Generationen angeboten wurde. Die Vergrösserung des Radstands war diesmal mit 140 mm deutlicher als sonst ausgefallen und kam wie gewohnt ausschliesslich der Beinfreiheit im Fond und der Einstiegsbreite der Fondtüren zugute.

Bei der Entwicklung der neuen Baureihe standen neben der Erhöhung des Fahrkomforts und der Sicherheit Massnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs im Vordergrund. Die Verwendung von gewichtsreduzierenden Materialien und der geringe Luftwiderstand der im Windkanal optimierten Karosserie verhalfen der neuen S-Klasse zu einem gegenüber den Vorgängermodellen um 10 % reduzierten Kraftstoffverbrauch. Die beiden 8 Zyl.-Motoren der Vorgängerbaureihe wurden durch zwei überarbeitete Aggregate mit vergrössertem Hubraum und Leichtmetall-Kurbelgehäuse ersetzt. Der 5 ltr.-Motor, der das 4,5 ltr.-Grauguss-Aggregat ablöste, war bereits aus dem 450 SLC 5.0 bekannt, während der 3,8 ltr.-Leichtmetallmotor nach dem Vorbild des Fünfliters aus dem altgedienten 3,5 ltr.-V8 mit Graugussblock entstanden war. Durch ihre höhere Leistung bei geringerem Gewicht ermöglichten die neuen V8-Motoren verbesserte Fahrleistungen bei sparsamerem Benzinverbrauch. Unverändert im Programm belassen hatte man Vergaser- und Einspritzer-Version des 2,8 ltr.-6 Zyl.-Aggregats.


126-01 126-02 126-03


 

Die Väter der Baureihe 126

( Quelle Daimler AG )


 

Breitschweit Prof. Dr. -Ing. E.h.
Werner Breitschwerdt

Professor Dr. -Ing. E.h. Werner Breitschwerdt wurde am 23. September 1927 in Stuttgart geboren. Der studierte Ingenieur für Elektrotechnik trat 1953 in die Versuchsabteilung der Daimler-Benz AG ein. Unter seiner Verantwortung für das Ressort Forschung und Entwicklung wurden bedeutende Fortschritte hinsichtlich Fahrzeugsicherheit und Insassenschutz sowie Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit der Fahrzeuge mit dem Stern erzielt. Als Direktor des Bereichs PKW-Aufbauten war Breitschwerdt maßgeblich an der Entwicklung der Baureihe 126 beteiligt. Insbesondere für die funktionelle Stilistik und den Insassenschutz zeichnete er verantwortlich. 1977 wurde der Träger zahlreicher hoher Auszeichnungen in den Vorstand berufen und trat am 1. Dezember 1983 die Nachfolge des verstorbenen Vorstandsvorsitzenden Dr. Gerhard Prinz an. In Breitschwerdts Amtszeit wurden die Voraussetzungen für die Erweiterung des Konzerns geschaffen. Am 1. September 1987 legte Breitschwerdt sein Amt als Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz AG nieder und übergab die Leitung an Edzard Reuter. Von 1988 bis 1993 wirkte er als Aufsichtsratsmitglied im Konzern. Ab Juli 1990 leitete er zunächst das Projekt "Potsdamer Platz" und übernahm später den Vorsitz im Beirat des im Oktober 1998 erfolgreich vollendeten Milliardenprojekts im Herzen der Bundeshauptstadt Berlin.


 

Sacco Dr. Ing. h.c.
Bruno Sacco

Dr. Ing. h.c. Bruno Sacco wurde am 12. November 1933 in Udine (Italien) geboren. Schon als Student sammelte Sacco praktische Erfahrungen in der Gestaltung von Karosserien bei der Firma Ghia. Im Anschluß realisierte der junge Designer Auftragsarbeiten für Ghia und die Pininfarina Gruppe, bevor er 1958 zu Daimler-Benz wechselte. Eine seiner ersten Arbeiten unter dem Stern war die Gestaltung des Mercedes-Sonderfahrzeuges vom Typ 300 für Papst Johannes den XXIII. Unter der Leitung von Karl Wilfert, Friedrich Geiger und Béla Barényi arbeitete er an zahlreichen Projekten. 1970, im Alter von 37 Jahren, wurde er Leiter der Abteilung Karosserie-Konstruktion. 1974 trat er als Oberingenieur die Nachfolge Friedrich Geigers als Leiter der Hauptabteilung Stilistik an. Im Jahr 1978 ernannte der Konzern den Sterndesigner zum Leiter des Fachbereichs Stilistik. 1987 berief ihn der Vorstand zum Direktor des Bereichs Design. Ab dem Jahr 1993 wurde er Mitglied des Direktorenkreises der Daimler-Benz Aktiengesellschaft. In dieser Funktion zeichnete Sacco zugleich für das Design der Nutzfahrzeuge verantwortlich. Im Bereich PKW-Design gelten die Limousinen und Coupés der S-Klasse der Baureihe 126 als seine gelungensten Arbeiten. Aber auch die nachfolgenden Modelle der S-Klasse (140, 220/ 215), der "Mercedes 190" (201) und die nachfolgenden Fahrzeuge der C-Klasse (202), die Baumuster der E-Klassen (124 und 210), der SL (129), der SLK (170), der CLK (208) und schließlich die A-Klasse (168) entstammen Saccos Feder. 1998 verließ der Träger zahlreicher Designpreise das Unternehmen.

Am 28. März 2006 beantragte Bruno Sacco die Mitgliedschaft im Mercedes-Benz S-Klasse Club e.V. und wurde in Anerkennung seines Lebenswerkes im Dienste des Sterns zum Ehrenmitglied ernannt.

Sacco Postkarte

Über Affinität und Homogenität der Designentwicklung von Mercedes-Benz erläuterte Sacco im Februar 1999 bezüglich der Baureihe 126:

"Mit der Entwicklung der S-Klasse des Jahres 1979 und des Coupés "SEC" von 1981 gaben wir unsere Tradition zugunsten von Innovation nicht auf. Vielmehr gelang es, das Mercedes-Design in die damalige Zeit zu integrieren. Das Ziel lag stets darin, unsere Konstruktionen auf die technischen und technologischen Vorgaben und Möglichkeiten der einzelnen Zeiträume zu integrieren."

Heute hat sich Bruno Sacco vordergründig zur Ruhe gesetzt. Seine jüngsten Designer-Stücke - so etwa die eleganten Sanitär-Armaturen - sind jedoch Zeugnis seiner unermüdlichen Schaffenskraft. Über seine automobile Vergangenheit spricht Sacco eher zurückhaltend. In seinem Herzen trägt er jedoch noch immer den Mercedes-Stern, was er während der RetroClassics 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, und 2012 als Gast unseres Clubs nie verborgen hat:

"Nach der Pflicht folgt die Kür", lächelte Sacco beim Anblick eines 126er Coupés auf die Frage, bei welcher der beiden Modelllinien stärkere Emotionen seine Designkreativität dominiert hätten. Nicht seinem Wunsch entsprochen haben die Türgriffschalen an den Coupé-Türen: "Die müssen Sie abbauen und die Limousinentürgriffe montieren" frotzelte er mit einem Grinsen. Auch die durchgehende Chromleiste am Kofferraum der zweitürigen 126er entsprach nicht seinem Geschmack - hier sei die Limousine eleganter gelungen. Ferner spielten Farbgebungen für Sacco bei der Baureihe 126 eine große Rolle und er lag auch hier nicht immer im Konsens mit seinen Projektkollegen: Interessant war besonders zu hören, dass Professor Dr. -Ing. E.h. Werner Breitschwerdt die Farbe mimosengelb favorisiert habe und dessen Dienstwagen eben diese Farbe geziert hätte - eine Farbe, die Sacco als "unmöglich" empfand. Auch schwarze Lackierungen gepaart mit schwarzer Innenausstattung erinnerten ihn zu sehr an Särge um die Kombination zu mögen.

 

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