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ASD

(Quelle: MB Werkstattliteratur und WIS, Stand: 1987)

Sonderausstattungscode:  211  

(Englisch: Automatic limited slip differential)

 

Das ASD Getriebe für die Baureihe 126 hat immer die gleiche Übersetzung: 3,46

Ölfüllung, Hinterachsgetriebe: 1,1 ltr.

Hypoid-Getriebeöl (SAE 90) nach  Betriebsstoffvorschrift Blatt 235.3

 

 

Das ASD ist für die Baureihen 124, 126 und 201 mit 4-, 5- und 6- Zylindermotoren als Sonderausstattung erhältlich gewesen. Bei Fahrzeugen mit 4Matic gehört ASD zum Lieferumfang. Im Bezug auf die S-Klassen der Baureihe 126 konnte man also für den 260 SE und den 300 SE /SEL das „Ausgleichgetriebe mit begrenztem Schlupf“ bestellen. In seiner Grundfunktion hat das Differential eine Sperrwirkung von ca. 35%, beim Durchdrehen der Antriebsräder, aus welchem Grund auch immer, kann das Differential eine Sperrwirkung von 100% erreichen. Das ASD arbeitete elektro-hydraulisch, dient eigentlich nur als Anfahrhilfe und ist daher nur in einem Geschwindigkeitsbereich bis ca. 38 Km/h aktiv. Ein Nachteil des ASD zu vergleichbaren Systemen ist die höhere Anfälligkeit für Störungen und Defekte aufgrund der höheren Anzahl an Bauteilen.

Aufbau:

Das System besitzt folgende Baugruppen: 

  • Differential mit Ringzylinder und Lamellenkupplungen
  • Ölbehälter, Ölpumpe, ASD-Hydraulikeinheit mit Druckspeicher und Magnetventil
  • Radsensoren, ASD-Steuergerät, Funktions- und Störungsanzeige

 

Wirkungsweise:

Das Steuergerät ermittelt über die Radsensoren die Geschwindigkeit der angetriebenen und nicht angetriebenen Räder. Dreht ein oder drehen beide Antriebsräder zwei km/h schneller als die nicht angetriebenen Räder, dann wird das ASD bis 38 km/h aktiviert. Die ASD-Hydraulikeinheit wird angesteuert und ein Druck von etwa 30 bar wirkt auf die Ringzylinder der Achswellen. Die Antriebskegelräder werden nach außen gezogen und sperren das Differenzial mit 100 %. Das Eingreifen wird dem Fahrer durch die Funktionsanzeige angezeigt. Bei einer Geschwindigkeit von über 40 km/h, im Schiebebetrieb oder beim Bremsen wird die Sperre nicht aktiviert oder sie wird gelöst, damit das Fahrzeug nicht zum Schleudern neigt. Bei diesen Fahrzeugzuständen wirken die Lamellenkupplungen wie ein Selbstsperrdifferenzial mit festgelegtem Sperrwert. Ein im Steuergerät integriertes Diagnoseprogramm überwacht die ASD-Anlage und schaltet sie bei Defekten aus.

 

Der Fahrer wird dann über die Störungsanzeige darüber informiert, die Kontrolle "ASD" leuchtet dauerhaft. 

Diagnose:

Im Steuergerät ist ein Diagnoseprogramm integriert, das den elektrischen Stromkreis überwacht. Bei Erkennung eines Fehlers leuchtet die Kontrolle „ ASD „ während der Fahrt auf. Der festgestellte Fehler kann als Blinkcode über die Kontrolle (A1e24) abgefragt werden. Die Anzahl der Blinkimpulse zeigt an, welcher elektrische Stromkreis fehlerhaft ist. Im Motorraum an der Schottwand rechts befindet sich die Prüfkupplung X92. Dort müssen  die Pins 1 und 5 für ca. 1 sec. gebrückt werden. Die ASD Leuchte geht aus und zeigt dir jetzt durch blinken die Fehlercodes.

 126_Blinkcode ASD

Blinkimpulse / Störung

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1x           kein Fehler

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2x           Steuergerät ASD defekt

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3x           Bremslichtschalter; Schaltfunktion ASD Ruhestrom

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4x           Drehzahlimpuls vorn links fehlt

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5x           Drehzahlimpuls vorn rechts fehlt

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6x           Drehzahlimpuls hinten fehlt

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7x           Alle Drehzahlimpulse fehlen

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8x           Ventil ASD(Y38i, Relais-Überspannungsschutz (K1/2) oder

   Bremslichtschalter Schaltfunktion Bremslicht defekt

 

Wie die einzelnen Komponenten nach Fehlercode kontrolliert, geprüft und abgearbeitet werden können steht sehr ausführlich in der Einführungsschrift ASD beschrieben. Wurde der Fehler behoben, so muss der gespeicherte Blinkcode gelöscht werden. Zum Löschen der Fehlercodes müssen die Pins 1 und 5 für mindestens 10sec gebrückt werden.

(Alle Angaben ohne Gewähr! Die beschriebenen Arbeiten setzen Fachkenntnis und Qualifikation voraus! Deshalb übernehmen wir keine Haftung, gleich aus welchem Grund, für entstandene Schäden!) 
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